26. 11. 2019. 18.00
Ferdinandeum. Landesmuseum Tirol. Museumsstraße 15. 6020 Innsbruck

orthopraxie. performance
eine feministische kritik an eine patriarchale ausstellungspolitik

Die Arbeit „Orthopraxie“ wurde im September 2019 ohne Absprache mit mir von 51 auf 22 Steine reduziert und von einer dreier Reihe auf eine zweier Reihe verändert, abseits der bespielten Ausstellungsräume, in der Aula präsentiert. 
Ich suchte nach der Ausstellungseröffnung das Gespräch mit dem Kurator_innenteam, um Lösungen zu finden, die der künstlerischen Arbeit und somit auch mir (die Arbeit wirft immer einen unbändigen Schatten auf die_der Künstler_in) gerechter werden. In einer intensiven Auseinandersetzung, die unter anderen Fragen zu tradierten Ausstellungspraxen und deren Aus- und Einschlussmechanismen aufwühlten, erarbeiteten die Kurator_innen und ich ein prozessuales Ausstellen von „Orthopraxie“ im Rahmen einer Performance, die aufgezeichnet Bestandteil der Ausstellung „Schönheit vor Weisheit“ sein wird. In der Performance „eine feministische Kritik an einer patriarchalen Ausstellungspolitik“ wird ein kontinuierliches Reflektieren über Strategien und Dynamiken von Sichtbar-Machen und somit auch von Unsichtbar-Machen nicht nur für Ausstellungsmacher_innen sondern auch für BetrachterInnen als notwendig beleuchtet werden, das Scheitern und der Widerstand unabdingbar, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

16. 11. 2019. 18.00 – 2.00
Reich für die Insel. Rennweg 4. 6020 Innsbruck

Eröffnung der Ausstellung Beyond Suspicion
Clemens Ascher – Judith Klemenc – Christoph Hinterhuber – Mario Grubisic – Nikolina Schuh Netz + Ivona Aya – Thomas Feuerstein


Schönheit vor Weisheit.
Das Wissen der Kunst
Die Kunst der Wissenschaft.

Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.
27. September 2019 – 1. März 2020

Judith Klemenc (geb. 1970) legt mit über 50 Betonpflastern einen schwer begehbaren Weg der „Orthopraxie“ (griech. orthós, „richtig“, und prãxis, „Tun“, „Handeln“). Auf jeden Stein sind, samt Umschlag, Doppelseiten einer griechischen Ausgabe der Bibel kaschiert. Die schweren und brüchigen Betonsteine werden zum allmählich verfallenden Monument des richtigen Handelns. Das Beschreiten von vornormierten, sich aber dem eigenen (Lebens-)Verständnis entziehenden Pfaden wird als unmöglich postuliert. Persönliche Entwürfe für das Sein und das Werden entstehen kontinuierlich durch Prozesse des Erforschens von noch nicht gesetzten freien Wegen der Erkenntnis.


Die Künstlerin, Philosophin und Kunstvermittlerin Judith Klemenc berichtet, wie sie ihr Atelier ins Museum übersiedelte, wie sie ihre eigenen Tonskulpturen sprengte und wie sie zu einem anderen Namen kam, ohne zu heiraten.

donnerstag. 25. 4. 2019. 19.00. salon roasbeige. Fünfzigzwanzig. residenzplatz 10, 5020 salzburg

sesshaftigkeiten (performance)

An dieses Niveau adressiert.
An diese Herkunft adressiert.
An diese Kultur adressiert.
An diese Klasse adressiert.
Auf diesen Platz adressiert.
Auf diesen Sessel, der sie hervorbringt, der sie unterwirft, um zu sprechen, respektive zu sein.
Entsprechend bleibt sie sitzen.

Widersprechend nimmt sie im Widerspruch Platz.

tiroler tageszeitung, 16. 2. 2019, s. 16

donnerstag, 7. 2. 2019. 19.00. kunstpavillon, rennweg 8a, innsbruck

im namen der mutter

Screening der Filmtrilogie im namen der mutter
Gespräch mit Tove Soiland, feministische Theoretikerin und Judith Klemenc
 
Eva, Rahel und Maria, drei alttestamentarische Frauen, die kulturelle Vorstellungen von Erinnerung abbilden, widersprechen in ihrer Autorinnenschaft an ihrer Geschichte jeweils den ihnen zu- und eingeschriebenen Bildern einer Atemlosen, einer Vertröstenden, einer Liebevollen. Als Autorinnen ihres Daseins sprechen sie zwar als Adressierte, zugleich allerdings in ihrer gegenwärtigen Unmittelbarkeit als Atmende, als Tröstende, als Liebende dagegen. 

FILMSALON

NEUE GALERIE, Rennweg 1, Großes Tor, Hofburg, 6020 Innsbruck

 

Die Tiroler Künstler*schaft präsentiert an vier Abenden Videoarbeiten von Mitgliedern und diskutiert diese mit den Künstler_innen und dem Publikum. Am darauffolgenden Tag werden die Filme im Loop gezeigt.

 

Home is where the heart is

Maria Theresa Barbist, Petra Egg, Lois Hechenblaikner, Judith Klemenc, Nicole Szolga

Mittwoch, 21. Februar 2018 um 19.00
und Donnerstag, 22. Februar 2018 von 11.00 – 17.00

Rezension | review

TT.comkulturKunstNicht bloß am Tropf des Marktes hängen

Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.12.2017

Nicht bloß am Tropf des Marktes hängen

Mit dem Format „exchange“ sollen Künstlerateliers zu Orten des Austauschs werden. Diesmal bei Judith Klemenc.

Innsbruck – Je eine Arbeit hängt ganz klassisch an der Wand, direkt darunter darf man sich – unter Verwendung der bereitgelegten weißen Handschuhe – durch eine Reihe weiterer „blättern“. Im Atelier von Judith Klemenc in der Ferdinand-Weyrer-Fabrik ist derzeit eine feine Zusammenschau Tiroler Kunstschaffens im kleinen Format zu sehen. Arbeiten von rund 30 Künstlerinnen und Künstlern sind zu sehen, darunter grafische Arbeiten von Christoph Hinterhuber, auf Stofftaschentücher gestickte Lyrik von Sabine Groschup, reizvolle Gouachen von Michael Ziegler, filigrane Tuschzeichnungen von Charlotte Simon, in Öl Gemaltes von Rens Veltman oder die limitierte Audiopublikation von Lucas Norers Hörstück „Portbou“.

Die Art der Präsentation ist einerseits dem vorhandenen Platzangebot geschuldet – und ermöglicht andererseits auch eine haptischere Begegnung mit Kunst als sonst in Ausstellungen „erlaubt“. Überhaupt hat das Format „exchange“ wenig mit klassischer Ausstellungspraxis etwa in Galerien am Hut, sondern ist vielmehr als Gegenentwurf gedacht: Nora Schöpfer hat „exchange“ 2014 ins Leben gerufen und Künstlerkollegen in ihr Atelier geladen. Mit der Idee, einen Ort des gegenseitigen Austauschs und zugleich eine Präsentationsmöglichkeit abseits von Galerien und Institutionen zu schaffen, also nicht nur am Tropf des Marktes und des Ausstellungsbetriebes zu hängen. Da passt es ganz gut, wenn Gastgeberin Judith Klemenc, die das Feld mit der Mixed-Media-Installation „Die Büchse und Pandora“ ins Dreidimensionale ausweitet, ihren schwarztonigen Figuren eine Infusion mit „Normalisierungslösung“ verabreicht. Klemenc richtet (nach Maria Vill 2016) „exchange version III“ aus. Die Vorweihnachtszeit ist nicht zufällig gewählt: Denn es könnte ja auch Kunst unter dem Christbaum liegen. (jel)

exchange. version III
open studio
künstler_innen zeigen klein- und mittelformatige arbeiten, multiples oder editionen

eröffnung: donnerstag. 7. 12. 2017. 19.00
8. 12. – 20. 12. 2017
geöffnet: di – sa. 16.00 – 19.00
finissage: mittwoch. 20. 12. 2017. 19.00

ferdinand-weyrerstraße 11. 6020 innsbruck

Albin Schutting, Andreas Holzknecht, Arthur Salner, Birgit Pleschberger, Carmen Brucic, Charlotte Simon, Christiane Spatt, Christine Susanna Prantauer, Christoph Hinterhuber, Elisabeth Moser, Elisabeth Schutting, Heidi Holleis, Heidrun Widmoser, Jeannot Schwartz, Judith Klemenc, Lies Bielowski, Lucas Norer, Maria Peters, Maria Vill, Michael Wolf, Michael Ziegler, Michaela Niederkircher, Milena Meller, Minu Ghedina, Nora Schöpfer, Rens Veltman, Sabine Groschup, Thomas Feuerstein, Thomas Riess, Walter Methlagl, Wolfgang Capellari

 

 

Dunkler Ton
Performance. Katalogräsentation.

24. 10. 2017. 19.00. Die Bäckerei. Dreiheiligenstraße 21 a