le corps-à-corps avec la mère

videoinstallation. 2018. dessous. 9 objects. each object 50 x 30 x 20 cm

Der Körper ist die Prosa eines neuen Raumes[1], so fasst der französische Philosoph Jean-Luc Nancy die Frage der Körper und ihrer Räume in seinem Buch Corpus. Jeder Körper ist Aufbruch, bricht den Raum auf, der ihn fassen will. Die Körper sind Mütter. Sie tragen einander aus. Und Mutterkörper tragen diese Körper lediglich aus? Indem sie anderen Körpern Geburt, Anfang geben? Dies fragt die Arbeit le corps-à-corps avec la mère. Körper an Körper, Haut an Haut, Lippen an Lippen, Sinn an Sinn – „Du bist da, so wie das Leben meiner Haut.“[2] Entsprechend den 9 Schwangerschaftsmonaten zeigt die Arbeit in 9 Teilen zerwühlte Negligés, die die Künstler*in Judith Klemenc in der Nähe von Rom auf einem Markt gekauft hat. Wieder sehen wir die Objekte und deren Schatten. Sowie die Auslassungsstellen. Als das nichtdiskursive, das noch/nicht bezeichnete. Was begehrt die Mutter? Was begehrt ein Mutterkörper noch alles zur Welt zu bringen? Was tragen Mutterkörper aus und was davon ist ein Geheimnis – secret/Sekret – und kein Kind?

Elisabeth Schäfer

 

[1] Vgl. NANCY, Jean-Luc: Corpus. Diaphanes, Berlin 2003, S. 49

[2] IRIGARAY, Luce: Wenn unsere Lippen sich sprechen. In: dieselbe: Das Geschlecht, das nicht eins ist. Merve Verlag, Berlin 1977 S. 222