me#

2018. clay, lace material, hanger. 11 objects. each object 60 x 20 x 30 cm

Wann sind Körper souverän? Diese Frage stellt Judith Klemencs Arbeit me# und fügt diese Frage der metoo# Debatte hinzu. Fest Unterhosen erinnern an Keuschheitsgürtel, vielleicht auch an eine Hypermoralität und Lustfeindlichkeit, die – wenn wir nicht sensibel genug denken, handeln und sind – das unerfreuliche Resultat einer Debatte im Dienste der Befreiung neue Gürtel den Körpern umschnallen könnte. Es bleibt offen. Gleichzeitig – paradox zu dieser Offenheit – zeigt die Arbeit wie stark, wie sehr Subjekte und Körper eingespannt sind, aufgespannt sind, aufgereiht sind in einem Diskurs. Körper, die zu anderen, neuen Diskursen finden könnten, kommt „Diskurs“ doch von lat. discursus, was so viel heißt, wie umhergehen … Los geht’s möchte eine* diesen aufgereihten Körpern zurufen. Aber auch das kann mindestens zweierlei heißen: Los, das Los, das Schicksal, das Gestelltsein in die Umstände, die Zustände, die Stände usw. Und los, im Sinne der Bewegung eines Aufbrechens, einer Bewegung fort oder weiter. Paradoxa. Aporia.

Elisabeth Schäfer