sun tze

2012. clay, construction tape. 24 objects. each object 60 x 50 x 20

Judith Klemenc stellt ihre kopflosen Tonkörper zwischen zwei Schotterhalden, durch den Fels begrenzt. Einige dieser Gebilde sind mit Codes versehen, mit Teer in den Ton eingebrannt. Ohne Sprache, stigmatisiert, erinnern sie die Künstlerin an KZ-Häftlinge, die entpersonifiziert, nur durch Nummern unterschieden wurden. „Sun Tze“, so der Titel, sind weibliche Körper, denen der Kopf abgehakt wurde und, so die Künstlerin, auf die Lebensrealität auf vieler Frauen verweisen sollen. Gefangen und zugeschnürt ist kein Entrinnen möglich.

Christoph Bertsch

Körper, die Eigensinns, ihrer Potentialität zu Werden beraubt sind, sind Körper, die ihres Vermögens beraubt sind. Der Sadismus dabei ist, diese Körper müssen ihrer eigenen Selbstberaubung teilhaftig werden, sie bezeugen sich selbst dabei tot zu sein. Die Arbeit sun tze zeigt mit Baustellenmarkierungsband gefesselte vessels, Gefäße, die Nummern tragen. Und ein Kind mit einem Nationalzeichen auf der nackten Brust. Die Arbeit zeigt auch: Gemeinschaft von Körpern, die aktiv etwas teilen, ist eine andere. Nicht die Gemeinschaft zusammengefesselter Körper.

Elisabeth Schäfer