lilith. dem ton einen namen geben

Fotos: Monika Zanolin

 

Dem Ton einen Namen geben.

Nicht-Artikulierbares und Nicht-Vernehmbares, das da in Tongefäßen Raum nimmt. Das da in einer Erzählung von einer Biografie erzählt. Das da Themen aus einer feministischen und rassismuskritischen Perspektive anregt.

Dem Ton einen Namen geben.
Lilith.
Über diesen Ton laut und leise denken, über diesen Ton sprechen, singen, schweigen. Auf diesen Ton hören, lauschen, aufmerksam werden. Inmitten der Stadt, inmitten von Leben …

Lilith, die nicht eins, die mindestens zwei. Die in drei Stimmen verkörpert.

Laila (finnisch): die Weise
Leyla (arabisch: ليلى): die Nacht, die Dunkle
Lil.lu (sumerisch): der Wind, meist in Zusammenhang mit Baḫar (sumerisch): die Töpferin

Lilith, die in Schalen spricht.
Deren dunkler Ton im Namen von ihr spricht.
Von Gewalt. Von Flucht. Von Dunklem. Von sprachlosen Räumen.

Schalen
Bei spätantiken Zauberschalen handelt es sich um keramische Kunstwerke aus Mesopotamien und aus dem Iran, die geschriebene Beschwörungsformeln und bildhafte Dämonendarstellungen – meist Lilith-Figuren, die für die Kindersterblichkeit verantwortlich gemacht wurden – enthalten.

Am 2. 12 2016, 20.00 Uhr fand in Zusammenarbeit mit dem Archfem und dem Tiroler Frauenhaus eine Performance-Veranstaltung statt, bei der zum einen spezifische Tongefäße und zum anderen Teile einer Erzählung von einer Biografie erzählten, die rassismuskritische feministische Themen nicht nur ansprachen.