sesshaftigkeiten_process_2019

Fotos und Sitzmöbel: Fritz Rücker

 

Stühle. Bänke. Unterschiedliche Sesselniveaus. Unterschiedliche Sesselherkünfte. Unterschiedliche Sesselkulturen. Unterschiedliche Sesselklassen. Unterschieden die Niveaus untereinander. Unterschieden die Herkünfte untereinander. Unterschieden die Kulturen untereinander. Unterschieden die Klassen untereinander. Untereinander die Sesseln, die miteinander verbunden. Zu Stühlen. Zu Bänken.

 

Im öffentlichen Raum. Inmitten des Laufpublikums. Dahergelaufene Beine, die Platz nehmen, dahergelaufene Gedanken, die Raum nehmen, dahergelaufene Empfindungen, die von einem Besitz nehmen. Inmitten des öffentlichen Raumes, inmitten von Menschen, die neben einem, mit einem, um einem. Inmitten von Menschen, die unterschieden von einem. Unterschieden die Niveaus untereinander. Unterschieden die Herkünfte untereinander. Unterschieden die Kulturen untereinander. Unterschieden die Klassen untereinander.

Untereinander die Menschen, die miteinander verbunden. Zu Sesshaften.

Ein Sprechen darin und daraus. Ein Sprechen inmitten der Menschen. Inmitten des öffentlichen Raumes. Über Unterschiede, die scheinbar einen von anderen unterscheiden.

Über unterschiedene Niveaus. Unterschiedene Herkünfte. Unterschiedene Kulturen. Unterschiedene Klassen. Über scheinbare Unterschiede unter den Menschen, die unterschieden werden. Das Werden. Das Sesshaft-Werden. In diesem Land. In dieser Stadt. In diesem Dorf. In dieser Gemeinde.

In Tirol. In Hall in Tirol, in Innsbruck, in Seefeld, in Schwaz, in Kitzbühel, in Telfs … Es sollen mindestens sieben Orte sein, an denen das Sesshaft-Werden zum Thema wird, jeweilig angemeldet als Versammlung (Versammlungsgesetz 1953, Fassung vom 14.10.2018).

Im Frühjahr 2019 sollen öffentliche Gespräche im öffentlichen Raum stattfinden, die im Sinne einer Performance zu verstehen sind. Dafür gestaltete Sitzmöbel sollen zum einen hegemoniale Unterschiedenheiten zwischen den Niveaus, den Herkünften, den Kulturen, den Klassen veranschaulichen, zum anderen dazu einladen, sie körperlich wahrzunehmen. Es sind Sitzmöbel, die eine Kommunikation zwischen den Niveaus, den Herkünften, den Kulturen, den Klassen versinnbildlichen, im Sinne dessen, dass es unterschiedliche Sessel-Teile sind, die miteinander verbunden sind. Sodann Sitzmöbel entstehen, die sich eben durch ihre unterschiedlichen Sesselniveaus, unterschiedlichen Sesselherkünfte, unterschiedlichen Sesselkulturen, unterschiedlichen Sesselklassen auszeichnen. Ein Darauf-Platz-Nehmen wird somit zu einer Sitz-Erfahrung, die durchaus mit der Erfahrung des Sesshaften kokettiert, gleichsam das Sesshafte befragt.