fäden_installation

Fäden.

Sie werden Text sein.

Sie werden Textil sein.

Sie werden Textur sein.

So werden in diesem Sinne Spuren ge- und freigelegt, die an Netze erinnern, die dezentriert ein Spinnen andenken, aber es gerade in dieser Assoziation grafisch subvertieren. Es gibt kein Zentrum, der Mittelpunkt bewegt sich permanent fort. Da, wo er gerade scheint zu sein, verbindet er sich mit der Konnotation des Nichts und verweigert jegliche Komprimierung auf Eines. Im Vielen, in einer unumgänglichen Rhizovocality (Vielstimmigkeit) wird Unsichtbarkeiten und Halbsichtbares vergegenwärtigt ohne sie zu benennen. Vielmehr sind es die Fäden, von einem Knoten zum anderen, die in ihrer enthierachisierenden Grafik einer institutionalen Identitätspolitik widersprechen, und so auch Räume herstellen, die rhizomorph bleiben oder werden.

„Rhizomorph sein bedeutet, Stränge und Fasern zu produzieren, die so aussehen wie Wurzeln oder sich vielmehr mit ihnen verbinden, indem sie, selbst auf die Gefahr hin, dass ein neuer, ungewöhnlicher Gebrauch gemacht wird, in den Stamm eindringen.“1

1 Gilles Deleuze, Félix Guattari: Kapitalismus und Schizophrenie. Tausend Plateaus. Merve Berlin 1992. S. 27